Ein Elternteil stellt deine Entscheidung infrage. Ein Schüler sagt dir, dein Unterricht sei langweilig. Eine Kollegin kritisiert deine Vorgehensweise. Oder die Schulleitung gibt dir eine Rückmeldung, mit der du nicht gerechnet hast.
Das Gespräch dauert vielleicht fünf Minuten.
In deinem Kopf dauert es deutlich länger.
Auf dem Heimweg fällt dir ein, was du noch hättest sagen können. Beim Abendessen gehst du das Gespräch erneut durch. Und irgendwann fragst du dich:
Warum beschäftigt mich das eigentlich so sehr?
Kritik nicht persönlich zu nehmen, ist leichter gesagt als getan. Gerade im Lehrerberuf steckt schließlich viel von der eigenen Persönlichkeit in der täglichen Arbeit.
Doch zwischen
„Jemand kritisiert etwas, das ich getan habe“
und
„Jemand kritisiert mich als Person“
liegt ein entscheidender Unterschied.
Diesen Unterschied wahrzunehmen, kann dabei helfen, gelassener mit Kritik umzugehen.
Inhalt des Beitrags
Warum trifft uns Kritik überhaupt?

Stell dir zwei Lehrkräfte vor.
Beide hören von einem Elternteil:
„Ich finde nicht gut, wie Sie mit der Situation umgegangen sind.“
Die erste Lehrkraft denkt:
Okay. Der Vater sieht das anders. Ich höre mir seine Argumente an.
Die zweite denkt:
Hält er mich etwa für unfähig?
Gleicher Satz.
Völlig unterschiedliche innere Reaktion.
Das zeigt etwas Wichtiges:
Nicht nur die Kritik selbst entscheidet darüber, wie wir uns fühlen.
Auch unsere Interpretation spielt eine Rolle.
Wir hören nicht ausschließlich die Worte unseres Gegenübers. Wir verbinden sie mit unseren Erfahrungen, Erwartungen und unserem Bild von uns selbst.
Und genau deshalb kann Kritik manchmal so persönlich werden.
Hier findest du weiteren Input zum Thema Selbstreflexion für Lehrer:innen.
Kritik oder persönlicher Angriff?
Wenn jemand unsere Arbeit kritisiert, vermischen sich schnell zwei Ebenen.
Da ist zunächst die Sachebene:
„Mit dieser Entscheidung bin ich nicht einverstanden.“
In unserem Kopf kann daraus aber werden:
„Du hast falsch entschieden.“
Und daraus wiederum:
„Du bist keine gute Lehrerin.“
Aus einer Rückmeldung zu einer konkreten Situation ist plötzlich eine Bewertung der eigenen Person geworden.
Das Problem:
Der letzte Satz wurde möglicherweise niemals ausgesprochen.
Wir haben ihn selbst ergänzt.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Kritik immer sachlich oder fair formuliert wird. Eltern, Schüler, Kollegen oder Vorgesetzte können durchaus verletzend, ungerecht oder respektlos kritisieren.
Aber selbst dann lohnt sich die Frage:
Was wurde tatsächlich gesagt – und was habe ich daraus über mich gemacht?
Kritik kann besonders dann treffen, wenn du sehr hohe Erwartungen an deine eigene Arbeit stellst. Wer möglichst alles richtig machen möchte, erlebt einen kritischen Hinweis möglicherweise nicht nur als Rückmeldung zu einer konkreten Situation, sondern schnell als Zweifel an der eigenen Kompetenz. Welche Rolle dabei Perfektionismus als Lehrkraft spielen kann, erfährst du in diesem Beitrag.
Warum Lehrer & Lehrerinnen Kritik schnell persönlich nehmen können
Lehrer zu sein ist keine Tätigkeit, bei der man ausschließlich ein Produkt herstellt und anschließend nach Hause geht.
Du stehst als Person vor anderen Menschen.
Du erklärst, entscheidest, bewertest, führst Gespräche, setzt Grenzen, löst Konflikte und reagierst jeden Tag auf Situationen, die sich nicht vollständig planen lassen. Dabei entstehen Beziehungen. Und häufig steckt viel persönliches Engagement in der eigenen Arbeit.
Gerade deshalb kann Kritik schnell mehr berühren als nur eine einzelne Entscheidung.
Vielleicht möchtest du eine faire Lehrerin sein.
Ein verständnisvoller Lehrer.
Eine kompetente Pädagogin.
Ein souveräner Klassenleiter.
Wenn jemand genau diesen Bereich infrage stellt, kann sich die Kritik plötzlich wie ein Angriff auf das eigene Selbstbild anfühlen.

Was dein Selbstbild mit Kritik zu tun hat
Wir alle haben Vorstellungen davon, wer wir sind – und wer wir gerne sein möchten. Zum Beispiel:

- Ich bin eine gute Lehrerin.
- Ich bin fair.
- Ich habe meine Klasse im Griff.
- Ich bin gut vorbereitet.
- Ich kann gut mit Schülern umgehen.
- Ich bin hilfsbereit.
- Ich treffe vernünftige Entscheidungen.
An diesen Vorstellungen ist zunächst nichts problematisch. Schwierig wird es, wenn wir beginnen, sie permanent verteidigen zu müssen. Denn dann kann jede gegenteilige Rückmeldung unangenehm werden.
Ein Schüler sagt:
„Das ist unfair!“
Und plötzlich verteidigst du nicht mehr nur deine Entscheidung. Du verteidigst deine Vorstellung:
„Ich bin eine faire Lehrerin.“
Genau an dieser Stelle wird Kritik persönlich.
Warum wir uns bei Kritik sofort rechtfertigen wollen
Vielleicht kennst du diesen Impuls.
Jemand kritisiert dich – und noch bevor dein Gegenüber seinen Satz beendet hat, formulierst du innerlich bereits deine Antwort.
Ja, aber …
Das stimmt so nicht …
Sie wissen doch gar nicht …
Ich habe das nur gemacht, weil …
Der Wunsch, etwas richtigzustellen, kann natürlich vollkommen berechtigt sein. Doch manchmal geht es bei unserer Rechtfertigung um mehr. Wir wollen nicht nur einen Sachverhalt erklären. Wir möchten ein unangenehmes Gefühl loswerden.
Wir wollen beweisen:
Ich habe nichts falsch gemacht.
Oder sogar:
Mit mir ist alles in Ordnung.
Dann wird es schwer, überhaupt noch zuzuhören.

Kritik nicht persönlich nehmen heißt nicht, alles hinzunehmen

Gelassen mit Kritik umzugehen bedeutet nicht, jede Rückmeldung widerspruchslos zu akzeptieren.
- Du darfst anderer Meinung sein.
- Du darfst eine Entscheidung verteidigen.
- Du darfst falsche Behauptungen korrigieren.
- Und du darfst ein Gespräch begrenzen, wenn dein Gegenüber respektlos wird.
Die entscheidende Frage ist vielmehr:
Kann ich die Kritik erst einmal betrachten, ohne meinen eigenen Wert davon abhängig zu machen?
Das schafft Abstand.
Und mit diesem Abstand kannst du wesentlich besser entscheiden:
Ist an der Kritik etwas dran?
Ist sie teilweise berechtigt?
Fehlen dem Gegenüber Informationen?
Oder ist sie tatsächlich unfair?
Berechtigte und unberechtigte Kritik unterscheiden
Nicht jede Kritik verdient dieselbe Reaktion.
Eine hilfreiche Möglichkeit ist, innerlich drei Kategorien zu unterscheiden.
1. Die Kritik ist berechtigt
Vielleicht hast du tatsächlich etwas übersehen.
Vielleicht war deine Kommunikation unklar.
Vielleicht hast du vorschnell reagiert.
Das kann unangenehm sein.
Aber einen Fehler einzugestehen bedeutet nicht, dass du deshalb eine schlechte Lehrkraft bist.
Du kannst sagen:
„Da haben Sie recht. Das hätte ich anders kommunizieren müssen.“
Und damit ist die Sache möglicherweise bereits geklärt.

2. Die Kritik enthält einen wahren Kern

Viele Situationen sind weniger eindeutig.
Vielleicht stimmt nicht alles, was dein Gegenüber sagt – aber ein Teil davon bringt dich zum Nachdenken.
Dann musst du weder alles akzeptieren noch alles zurückweisen.
Du kannst dir genau den Teil herausnehmen, der für dich hilfreich ist.
3. Die Kritik ist aus deiner Sicht nicht berechtigt
Auch das kommt vor.
Menschen kennen nicht immer alle Hintergründe einer Entscheidung. Sie haben andere Interessen oder beurteilen eine Situation aus einer anderen Perspektive.
Du darfst deshalb nach dem Gespräch zu dem Ergebnis kommen:
„Ich habe darüber nachgedacht und würde wieder so entscheiden.“
Selbstreflexion bedeutet nicht, grundsätzlich davon auszugehen, dass die anderen recht haben.

Kritik von Eltern nicht persönlich nehmen
Elterngespräche können besonders herausfordernd sein.
Eltern betrachten eine Situation verständlicherweise aus der Perspektive ihres Kindes. Du siehst gleichzeitig die Klasse, schulische Regeln, pädagogische Ziele und möglicherweise Entwicklungen, die sich über längere Zeit erstrecken.

Diese Perspektiven können aufeinanderprallen.
Wenn ein Elternteil beispielsweise sagt:
„Sie behandeln mein Kind unfair.“
kann der spontane Impuls entstehen, sofort zu beweisen, dass das nicht stimmt.
Hilfreicher kann zunächst eine Rückfrage sein:
„Woran machen Sie das konkret fest?“
Damit passiert etwas Entscheidendes.
Aus einer allgemeinen Bewertung wird wieder eine konkrete Situation.
Und über konkrete Situationen lässt sich wesentlich besser sprechen als über die Frage, ob du grundsätzlich ein fairer oder unfairer Mensch bist.
Kritik von Schüler:innen – Muss ich das ernst nehmen?
Auch Schüler können ziemlich direkte Rückmeldungen geben.
„Ihr Unterricht ist langweilig.“
„Bei Ihnen versteht das keiner.“
„Das ist total unfair.“

Solche Aussagen sind nicht automatisch objektive Beschreibungen deiner Arbeit. Aber sie müssen deshalb auch nicht automatisch wertlos sein.
Du könntest dich fragen:
Was steckt hinter dieser Aussage?
Vielleicht ist der Schüler gerade frustriert.
Vielleicht möchte er provozieren.
Vielleicht versteht er tatsächlich etwas nicht.
Vielleicht empfindet er eine Entscheidung als ungerecht.
Oder vielleicht enthält die wenig diplomatisch formulierte Kritik tatsächlich einen Hinweis, den du nutzen kannst.
Du musst also weder alles glauben noch alles abwehren.
Wenn Kritik von Kollegen und Kolleginnen kommt

Kritik im Kollegium hat noch einmal eine eigene Dynamik.
Schließlich begegnet man sich anschließend wieder.
Im Lehrerzimmer.
In Konferenzen.
In Arbeitsgruppen.
Auf dem Flur.
Vielleicht möchtest du deshalb keinen Konflikt entstehen lassen. Oder du fühlst dich gerade von einer Kollegin besonders getroffen, weil dir ihre Meinung wichtig ist. Hier lohnt sich die Trennung zwischen Beziehung und Sache.
Eine Kollegin kann eine deiner Entscheidungen kritisch sehen und dich trotzdem schätzen.
Ihr könnt unterschiedliche pädagogische Vorstellungen haben und trotzdem gut zusammenarbeiten.
Nicht jede Meinungsverschiedenheit ist eine Beziehungsstörung.
Was hat dein Ego mit Kritik zu tun?
Jetzt wird es interessant.
Denn manchmal verletzt uns Kritik nicht nur deshalb, weil jemand etwas Unangenehmes gesagt hat. Sie trifft eine Vorstellung, die wir von uns selbst haben.
Vielleicht möchten wir kompetent wirken.
Recht haben.
Anerkannt werden.
Gemocht werden.
Die Kontrolle behalten.
Oder keine Fehler machen.

Solange niemand diese Vorstellungen infrage stellt, merken wir häufig gar nicht, wie wichtig sie uns sind.
Kritik macht sie sichtbar.
Ein Satz wie
„Ich sehe das anders.“
kann sich dann plötzlich anfühlen wie:
„Du hast keine Ahnung.“
Dabei liegen zwischen diesen beiden Aussagen Welten. Genau deshalb kann Kritik ein interessanter Moment für Selbstreflexion sein.
Nicht weil du automatisch etwas falsch gemacht hast. Sondern weil deine Reaktion dir etwas über dich selbst zeigen kann.
Fünf Fragen, wenn dich Kritik nicht loslässt
Wenn du nach einem Gespräch noch lange darüber nachdenkst, musst du nicht versuchen, das Gefühl möglichst schnell wegzuschieben. Du kannst es nutzen. Frag dich:
- Was wurde tatsächlich gesagt?
- Was habe ich daraus über mich selbst gemacht?
- Welcher Teil der Kritik könnte berechtigt sein?
- Welchen Teil muss ich nicht übernehmen?
- Warum trifft mich gerade dieser Punkt besonders?
Die fünfte Frage ist häufig die spannendste.
Vielleicht stellst du fest: Ich ärgere mich gar nicht hauptsächlich über die Kritik. Ich möchte nicht, dass jemand mich für inkompetent hält.
Oder:
Es fällt mir schwer auszuhalten, dass jemand mit meiner Entscheidung unzufrieden ist.
Oder:
Ich möchte unbedingt beweisen, dass ich recht habe.
Dann hast du möglicherweise etwas entdeckt, das weit über dieses eine Gespräch hinausgeht.
Kritik im Moment souveräner begegnen
Selbstreflexion findet nicht nur nach einer Situation statt.
Mit der Zeit kannst du lernen, deine Reaktion bereits während eines Gesprächs wahrzunehmen.
Du merkst vielleicht:
Jetzt werde ich defensiv.
Jetzt möchte ich mich sofort rechtfertigen.
Jetzt werde ich wütend.
Jetzt möchte ich unbedingt beweisen, dass ich recht habe.
Dieser kurze Moment ist wertvoll.
Denn du musst nicht sofort reagieren.
Du kannst nachfragen.
„Was genau meinen Sie damit?“
Du kannst Zeit gewinnen.
„Ich möchte kurz darüber nachdenken.“
Du kannst anerkennen, ohne sofort zuzustimmen.
„Ich verstehe, dass Sie die Situation anders erlebt haben.“
Oder du kannst eine Grenze setzen.
„Ich bin gern bereit, darüber zu sprechen. Ich möchte aber, dass wir sachlich bleiben.“
Souveränität bedeutet nicht, immer sofort die perfekte Antwort zu haben. Manchmal bedeutet sie einfach, nicht automatisch auf den ersten Impuls zu reagieren.

Was, wenn mich Kritik trotzdem verletzt?

Dann verletzt sie dich.
Auch Selbstreflexion bedeutet nicht, dass uns irgendwann nichts mehr berührt.
Manche Rückmeldungen treffen einen wunden Punkt. Manche Gespräche sind unfair. Manche Menschen formulieren ihre Kritik verletzend.
Das Ziel kann deshalb nicht sein:
„Mir darf Kritik nichts mehr ausmachen.“
Ein hilfreicheres Ziel wäre:
„Ich möchte verstehen, warum sie mir etwas ausmacht – und selbst entscheiden können, was ich daraus mache.“
Das ist ein großer Unterschied.
Im Beitrag „Emotionen im Unterricht“ erfährst du mehr darüber, wie du emotional stabil bleibst.
Persönlichkeit und Kritik: Warum nicht jeder gleich reagiert
Vielleicht kennst du Kollegen, die Kritik scheinbar mühelos abschütteln. Andere beschäftigen sich noch Tage später damit. Auch unsere persönlichen Reaktionsmuster spielen dabei eine Rolle.
Manche Menschen möchten Harmonie und leiden besonders darunter, wenn jemand mit ihnen unzufrieden ist. Andere möchten Dinge richtig machen und reagieren stark darauf, wenn ihre Kompetenz infrage gestellt wird. Wieder andere vermeiden Auseinandersetzungen oder fühlen sich sofort verantwortlich, eine Situation wieder in Ordnung zu bringen.
Wenn du neugierig bist, welche Muster sich bei dir zeigen, kannst du hier mehr über dich selbst erfahren:
→ Persönlichkeitstest für Lehrer: Welcher Lehrertyp bist du?
Selbstreflexion statt Selbstkritik
Selbstreflexion bedeutet nicht:
„Was habe ich schon wieder falsch gemacht?“
Das wäre lediglich eine andere Form von Selbstkritik.
Selbstreflexion bedeutet vielmehr:
„Was ist gerade passiert – außen und in mir?“
Vielleicht erkennst du dabei einen Fehler.
Vielleicht erkennst du aber auch, dass du angemessen gehandelt hast und lediglich Schwierigkeiten damit hast, die Unzufriedenheit eines anderen Menschen auszuhalten.
Beides sind wertvolle Erkenntnisse.

Kritik kann ein Spiegel sein – aber nicht jede Kritik zeigt die Wahrheit
Der Satz „Kritik ist ein Geschenk“ klingt gut. Ganz stimmt er trotzdem nicht.
Manche Kritik ist hilfreich.
Manche ist schlecht formuliert.
Manche beruht auf Missverständnissen.
Manche ist unfair.
Und manche sagt möglicherweise mehr über den Kritiker als über dich aus.
Du musst deshalb nicht jede Rückmeldung annehmen.
Aber du kannst jede Rückmeldung zunächst anschauen, bevor du entscheidest, was du damit machst.
Vielleicht steckt darin etwas Wertvolles.
Vielleicht auch nicht.
Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass nicht dein erster emotionaler Impuls darüber entscheidet.
Sondern du.
Wenn du deine eigenen Reaktionsmuster besser verstehen möchtest
Vielleicht hast du beim Lesen festgestellt, dass dich bestimmte Formen von Kritik besonders treffen.
Genau solche Momente können viel über unsere eigenen Erwartungen und Denkgewohnheiten verraten:
Warum möchte ich unbedingt recht haben?
Warum brauche ich die Zustimmung anderer?
Warum fällt es mir schwer, einen Fehler zuzugeben?
Warum beschäftigt mich die Meinung eines anderen noch Stunden später?
Warum möchte ich sofort erklären, rechtfertigen oder korrigieren?
Mit solchen Fragen beschäftigt sich auch „Mein Ego hat Ferien“.
Das Buch soll dir nicht zeigen, wie du zur perfekten Lehrkraft wirst.
Es lädt vielmehr dazu ein, die eigenen Denk- und Reaktionsmuster bewusster wahrzunehmen – damit zwischen einem äußeren Reiz und deiner Reaktion wieder etwas mehr Raum für eine eigene Entscheidung entsteht.
Häufige Fragen zum Umgang mit Kritik als Lehrer:in
Wie kann ich Kritik nicht persönlich nehmen?
Versuche zunächst, zwischen deiner Person und deinem Verhalten zu unterscheiden. Die Kritik an einer Entscheidung bedeutet nicht automatisch, dass dein Gegenüber dich als Menschen oder deine gesamte Arbeit ablehnt. Hilfreich ist die Frage: Was wurde tatsächlich kritisiert – und welche zusätzliche Bedeutung gebe ich der Aussage selbst?
Wie gehe ich als Lehrer mit ungerechtfertigter Kritik um?
Höre zunächst möglichst konkret heraus, worauf sich die Kritik bezieht. Frage gegebenenfalls nach Beispielen. Danach kannst du entscheiden, welcher Teil für dich nachvollziehbar ist und welchen du nicht teilst. Nicht jede Kritik muss angenommen werden.
Was tun, wenn Eltern mich als Lehrer kritisieren?
Versuche, pauschale Aussagen auf eine konkrete Situation zurückzuführen. Eine Frage wie „Woran machen Sie das konkret fest?“ kann helfen, von einer persönlichen Bewertung zurück auf die Sachebene zu kommen.
Warum beschäftigt mich Kritik so lange?
Kritik kann eigene Erwartungen und das Selbstbild berühren. Besonders belastend kann sie werden, wenn wir aus einer Rückmeldung zu unserem Verhalten eine Aussage über unseren persönlichen Wert machen. Selbstreflexion kann helfen herauszufinden, warum bestimmte Aussagen besonders stark nachwirken.
Wie reagiere ich souverän auf Kritik?
Du musst nicht sofort antworten. Nachfragen, kurz nachdenken oder die Perspektive des Gegenübers zunächst zusammenzufassen, kann helfen. Anschließend kannst du entscheiden, ob du der Kritik zustimmst, nur einen Teil davon nachvollziehen kannst oder bei deiner ursprünglichen Einschätzung bleibst.
Muss ich als Lehrer jede Kritik ernst nehmen?
Du kannst Kritik ernsthaft prüfen, ohne sie automatisch für richtig zu halten. Entscheidend ist, zwischen Zuhören und Zustimmen zu unterscheiden. Eine Rückmeldung anzuhören verpflichtet dich nicht dazu, sie zu übernehmen.
Kritik nicht persönlich nehmen bedeutet nicht, gleichgültig zu werden
Das Ziel ist nicht, irgendwann so abgeklärt zu sein, dass dir die Meinung anderer Menschen völlig egal ist.
Gerade als Lehrkraft ist es wichtig, zuzuhören, Rückmeldungen anzunehmen und das eigene Verhalten zu hinterfragen.
Aber du musst aus einer kritischen Rückmeldung auch kein Urteil über dich selbst machen.
Du kannst zuhören.
Du kannst prüfen.
Du kannst einen Fehler erkennen.
Du kannst anderer Meinung bleiben.
Und du kannst danach weitergehen.
Vielleicht ist genau das ein guter Maßstab für einen gelasseneren Umgang mit Kritik:
Nicht jede Kritik abwehren.
Nicht jede Kritik übernehmen.
Sondern bewusst entscheiden, was davon zu dir gehört.
Kostenloses Probekapitel mit Selbsttest erhalten und dich selbst besser kennenlernen
Mit dem kostenlosen Probekapitel bekommst du einen direkten Einblick, warum Kritik dich manchmal so trifft.
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ Das Buch ermöglicht eine geniale Perspektive für Lernende und Lehrkräfte um in die Selbstreflexion zu gehen ohne dass man sich mit erhobenem Zeigefinger korrigiert fühlt. Locker, humorvoll und wirklich hilfreich. Einfach genial!
P.A. – Englischlehrerin – 2025

